Acrylbilder
von Ingrid Wieser-Kil
Meine Acrylbilder bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit. Einerseits kann man narrative Elemente entdecken, zum anderen findet man aber auch rein abstrakte Farbflächen und Liniengebilde, die sich einer Übertragung in die Begriffe der Sprache entziehen und rätselhaft erscheinen.

Der prozeßhafte Vorgang der Bildentstehung entwickelt sich intuitiv und ohne vorgefasstes Programm. Aus dem Unterbewusstsein treten Bilder zu Tage, die nicht vorherbestimmt werden können. Es sind innere Befindlichkeiten, die sich auf der Bildfläche im Malvorgang konkretisieren und Bildgeschichten erzählen.

Farbschichten und Farbklänge werden angelegt, Linien eingesponnen und wieder verdeckt, neue Farbflächen darübergelegt. Alleiniger Ausgangspunkt meiner Arbeit ist die Farbe, die mich immer von neuem in ihrer Vielfalt an Kompositionsmöglichkeiten, Farbklängen, Kontrasten und Übermalungen inspiriert und anregt, stetig neue Farblandschaften und Bildwelten zu erfinden. Es ist die unendliche Freiheit der Wahlmöglichkeiten, die für mich die suggestive Kraft der Malerei ausmacht.

Ein wichtiger Aspekt meiner Arbeit ist dabei das Wechselspiel von Fläche und Linie. Ruhige Farbflächen und klare Konturen werden durch zeichnerische Elemente und zarte Linien vervollständigt. Flächen werden umkränzt und Bildinhalte emotional herausgearbeitet.
Zwischen abstrakten Farbflächen können mitunter auch Gegenstände, wie z.B. Tiere, Boote, Fische und Häuser auftauchen, die in ihrer Erscheinung rätselhaft wirken. Oft finden sich auch organische Formen oder nierenförmige Gebilde, die an Schutzhüllen oder Kokons erinnern.

Im Zusammenspiel all dieser einzelnen Elemente, entwickeln sich für mich immer wieder neue und ganz eigene Bildwirklichkeiten. Es geht mir um die Erfindung von rätselhaften neuen Bildwelten, die außerhalb unserer Realitätsebene liegen und frei und assoziativ gedeutet werden können. Eine neue Welt hinter unserer sichtbaren, deren Gegenständlichkeit für den Betrachter zum einen vertraut ist, aber in ihrer Erscheinungsweise doch rätselhafte befremdliche Traumwelten zeigen.